Die Geschichte der ’10er Marie‘

Vor 270 Jahren …

m_schoenemarieAls 1740 die Buschenschank in Alt-Ottakring Nr. 10, damals noch Vorstadt, noch der Familie Haimböck gehörte, war sie schon ein sehr bekanntes und gern besuchtes Lokal. Und das nicht nur wegen der hervorragenden Weine und der Atmosphäre, sondern auch der wunderschönen Tochter der Haimböcks, Maria, wegen. So erhielt der Heurigen schon in jener Zeit seinen Namen: „10er Marie“.

Auch als Marie schon lang aus Wien weggezogen war und ihr Bruder Joseph das Lokal führte, blieb der gute Ruf erhalten und viele berühmte Persönlichkeiten kehrten gerne in der ’10er Marie‘ ein: Kronprinz Rudolf und sein Leibkutscher Bratfisch, Franz Schubert, Johann Strauß Vater, die Brüder Schrammel, Franz Lehar, Josef Weinheber, Emmerich Kálmán, Robert Stolz und der Wiener Liederkomponist Karl Föderl.

 

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… bis heute

Seit 1993 befindet sich die „10er Marie“ im Besitz der Familie Fuhrgassl-Huber; Gerti Huber, eine der vier Töchter von Ernst und Gerti Huber sen. betreut den Traditionsheurigen.

Heute ist das unter Denkmalschutz stehende Haus ein letzter Rest des ‚Alten Ortes‘ mitten im städtischen Ottakring, eine Insel der Ruhe, die Entspannung vom Alltagsstress bietet. Prominente und Künstler genießen hier ebenso die Zeit; so wie Touristen und Gäste auf der Suche nach dem typischen ‚Wiener Heurigen‘.
So wie früher bietet die “10er Marie“ auch heute noch der Musik ein zu Hause.

Von vielen schönen Liedern, die der „10er Marie“ gewidmet sind, ist  “Alt-Ottakring“ von Richard Czapek wohl das bekannteste geworden.

„Alt-Ottakring“, Musik: Richard Czapek, Text: Hilde Schödl
© 1958 by Solisten-Verlag GesmbH, 1160 Wien

Ottakring

Die Perle im Wienerwald

a_ottakringstichSchätzungen zufolge ist die Ottakringer Gegend seit dem 9. Jahrhundert besiedelt, erstmals tatsächlich urkundlich erwähnt wurde Ottakring Mitte des 12. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einer Weingartenschenkung. Ein großer Teil der Gründe war damals in kirchlichem Besitz. Heute noch deuten Straßen- und Gassennamen die Lage der ehemaligen Weingärten an. So stammte z.B. der beste Wein aus der ‚Roterdstraße‘, in der sich unsere Buschenschank Huber befindet.

Immer wieder wurde das Dorf am Rande des Wienerwaldes von Kriegswirren gezeichnet, und auch von Epidemien wie Pest und Cholera blieben die Ottakringer nicht verschont. Im Pestjahr 1656 starb ein Fünftel, 1679 und 1713 gar ein Drittel der Ottakringer Bevölkerung an der Seuche. 1835 zerstörte ein Großbrand 52 der 82 Häuser Ottakrings.

a_ottakringaltDas heutige Ottakring wurde 1890/92 durch die Zusammenlegung von Ottakring und Neulerchenfeld begründet. Im Westen reicht es weit in den Wienerwald hinein (Wilhelminenberg, Gallitzinberg, Liebhartstal). Entlang der Thaliastraße dehnte sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die dichte Besiedlung weit nach Westen aus – Arbeiterviertel entstanden, viele traditionsreiche Industrie- und Gewerbebetriebe siedelten sich in Ottakring an.

Viele alte Hauerhäuser fielen der Verstädterung zum Opfer, zum Glück steht der Bereich der ’10er Marie‘ unter Denkmalschutz, sonst gäbe es wahrscheinlich den ‚ältesten Heurigen Wiens‘ schon lange nicht mehr.

Heuriger 10er Marie

Ottakringer Str. 222-224
1160 Wien

Tel:  ++43 (0) 1 489 46 47
Fax:  ++43 (0) 1 489 46 47-4
10ermarie@fuhrgassl-huber.at

Geöffnet:
Mo - Sa  15 - 24 Uhr
Sonntag  Ruhetag